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Wettbewerb
Stadtpark Fischeln
von Thomas
Visser
Der Flächennutzungsplan der Stadt
Krefeld sah bereits 1975 ein rund 100
Hektar großes, zur Zeit noch
landwirtschaftlich genutztes Areal für
die Entwicklung eines Parks für den
Ortsteil Fischeln vor. Im Hinblick auf
die zu erwartende Vergrößerung des
Stadtteils durch neue Wohngebiete
sollten schon frühzeitig die
planrechtlichen Voraussetzungen
geschaffen werden. Seitdem hat es
mehrere Anläufe gegeben, diesen Park
zu realisieren:
Zunächst wurden 1984 in einem
stadtinternen Planungswettbewerb
mehrere Entwürfe erarbeitet. Der erste
Preisträger schlug dabei vor, die
geplante Erdmodellierung durch
Bereitstellung als Bauschutt deponie
zu realisieren und zugleich über
dieses Angebot die Finanzierung des
Parks zu er- möglichen. Schon damals
verhinderten massive Bürgerproteste
dieses Vorhaben. Kurz danach entstand
die Idee über eine
Landesgartenschau (für1996) den Park
entstehen zu lassen. Hier fehlte
letztendlich jedoch der unbedingte
Wille, diesen länger dauernden
Entwicklungsprozess auch zu Ende zu
führen.
So reichte es bisher nur zur Umsetzung
mehrerer kleiner Abschnitte (etwa fünf
Prozent der Gesamtfläche) auf der
Basis eines Vorentwurfs des
Fachbereichs des Grünflächen aus dem
Jahr 1991 und mit Unterstützung eines
1993 gegründeten Fördervereins für den
Stadtpark Fischeln.
Die aktuelle
Chance
Die Stadt Krefeld beteiligt sich an
der 2.Regionale des Landes
Nordrhein-Westfalen mit der
Europäischen Gartenschau (EUROGA) im
Jahr 2002. Ein Teilprojekt
ist ist dabei der Stadtpark Fischeln
als Bestandteil eines Biotopverbundes
mit weitläufigen Landschftsräumen -
auch über die Statgrenzen hinweg. Die
Stadt Krefeld hat mit dem an diesem
Projekt sehr interessierten Land daher
zur weiteren Qualifizierung und
Optimierung der Planung ein
Wettbewrbsverfahren vereinbart, bei
dem ein grünordnerisches Gesamtkonzept
mit Darstellung der Flächenfunktionen
und räumlichen Strukturen erarbeitet
werden sollte.
Krefeld hatte dabei in mehrfacher
Hinsicht ein großes Interesse an
diesem Verfahren; galt es doch die
Planung eines Parks nun endlich
umzusetzen, wobei für die Realisierung
aufgrund der Größe von 100 Hektar der
Zeitraum deutlich über 2002 hinaus
vorgesehen ist. Eine Meinungsbildung
und Beteiligung der Bürgerschaft über
die Bürgervereine war erklärtes Ziel,
so waren neben den Fach- und
Sachpreisrichtern bewusst die
betroffenen Bürgervereine sowie der
Förderverein für den Stadtpark
Fischeln vertreten.
Der Wettbewerb
Auch
aus Zeitgründen, vor allem aber wegen
der spezifischen örtlichen Situation -
50 Prozent der zu überplanenden Fläche
sind noch im Privatbesitz und in
landwirtschaftlicher Nutzung - haben
wir keinen öffentlichen Wettbewerb,
sondern das Verfahren der
Mehrfachbeauftragung durchgeführt.
Hier war ein intensiver Kontakt mit
den drei beteiligten Planungsbüros
auch in den Zwischenplanungsschritten
gewährleistet, um erste Planungsideen
direkt auf die
Realisierungsmöglichkeiten hin
überprüfen zu können.
Die
Ergebnisse
Nach
dem
zweimonatigen Planungsprozess mit
Zwischen- kollooquium stellten die
drei Büros Mitte März dieses Jahres
ihre Planungen vor, die von der Jury
beurteilt wurden:
Die Arbeit des Büros Prof. Pridik und
Freese aus Marl basiert auf einer
ausführlichen Ananlyse der örtlichen
und historischenGegebenheiten und der
Grünbezüge im Stadtgebiet , ist aber
in dem Planungsvorschlag inhaltlich zu
detailliert und überfrachtet. Die
Ideen
f
ülle und und
die Vielzahl an gestalterischen und
funktionalen Vorschlägen verunklart in
starkem Maß das einfache räumliche
Konzept.
Zum Beitrag des Büros
ST-Freiraum aus Duisburg wird
die intensive angerechnet, die dafür
vorgesehenen Flächenanteile im Park
sind aber zu groß dimensioniert und
überfordern die Möglichkeiten der
Bevölkerung auf Mitgestaltung und
spätere Betreuung. Das vorgeschlagene
verbindende Gerüst aus Obstbäumen,
Wiesen und einer Allee erscheint nicht
so stark tragfähig.
Die Arbeit des Büros Kipar aus
Mailand/Duisburg nimmt sehr stark
Bezug auf die jetzigen
Eigentumsverhältnisse und macht nur
Vorschläge für die Teilbereiche des
Parks; es bietet kein den Gesamtraum
überspannendes Konzept. Denoch sind
die einfachen und starken Formen und
die Möglichkeit die Räume flexibel mit
Nutzungen zu füllen, überzeugend. Die
Erhaltung der Weite der Parkfläche,
ein ausgewogenes Maß an
Beteiligungsmöglichkeiten, für die
Bevölkerung und die Klarheit der
Leitstrukturen wurden von der Jury so
positiv bewertet, dass diese
Konzeption Grundlage für die weiteren
Planungen sein soll.
Ausblick und
Bewertung
Der
Stadtpark Fischeln ist im
Kontext des Biotopverbundes zu sehen,
also eingebettet in ein regionales
Landschaftraumkonzept, auch als
Bindeglied und Übergang zwischen dem
besiedelten innerstädtischen Raum und
freien Landschaft.
Der Wettbewerb im Rahmen der
EUROGA ist sicher der entscheidende
Motor für die konkrete
Realisierung nach nunmehr 30 Jahren
Planungsphase.
Dies ist umso wichtiger, als der
Stadteil Fischeln in den vergangenen
Jahren durch verstärkte Ausweisung von
Wohn- und Gewerbeflächen und eine
verbesserte überregionale Anbindung an
Verkehrswege (Autobahn, ÖPNV) an
Bedeutung zugenommen hat. Diese
Entwicklung hält auch zukünftig
erkennbar an.
Vor diesem Hintergrund hat der neue
Stadtpark Fischeln gleich mehrere
Funktionen:
Er versorgt die Wohnbevölkerung mit
Erholungsräumen
(Wohnen
im Grünen)
Er bildet einen nicht zu
unterschätzenden Werbefaktor für die
ansäsigen Firmen
("Arbeiten
im Grünen")
Nicht zuletzt wird eine gute Tradition
in der Stadt fortgesetzt:
Die Entwicklung von großen Parkanlagen
als städtebaulich vorausschauende
Planung mit bürgerlichem
Engament
Diese Funktionen - verbunden mit der
Intention, die Enstehung eines neuen
Parks im Rahemen der EUROGA in der
Region bewusst als Entwicklungprozess
zu präsentieren - machen hoffentlich
deutlich, warum die Stadt Krefeld und
das Land Nordrhein-Westfalen sich auch
in Zeiten knapper Kassen in diesem
Projekt engaieren.
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