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D er Flächennutzungsplan von 1975

(Wettbewerb um den Stadpark Krefeld)

Europäische Gartenschau 2002 in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein   (Bericht über die Kulturhistorischen Parkanlagen in Krefeld)

Wenn Fischein feiert, tut der Stadtpark mit  

Lang ist´s her, der Flächennutzungsplan 1975

Wettbewerb Stadtpark Fischeln

von Thomas Visser

Der Flächennutzungsplan der Stadt Krefeld sah bereits 1975 ein rund 100 Hektar großes, zur Zeit noch landwirtschaftlich genutztes Areal für die Entwicklung eines Parks für den Ortsteil Fischeln vor. Im Hinblick auf die zu erwartende Vergrößerung des Stadtteils durch neue Wohngebiete sollten schon frühzeitig die planrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Seitdem hat es mehrere Anläufe gegeben, diesen Park zu realisieren:

Zunächst wurden 1984 in einem stadtinternen Planungswettbewerb mehrere Entwürfe erarbeitet. Der erste Preisträger schlug dabei vor, die geplante Erdmodellierung durch Bereitstellung als Bauschutt deponie zu realisieren und zugleich über dieses Angebot die Finanzierung des Parks zu er- möglichen. Schon damals verhinderten massive Bürgerproteste dieses Vorhaben. Kurz danach entstand die Idee über eine Landesgartenschau (für1996) den Park entstehen zu lassen. Hier fehlte letztendlich jedoch der unbedingte Wille, diesen länger dauernden Entwicklungsprozess auch zu Ende zu führen.

So reichte es bisher nur zur Umsetzung mehrerer kleiner Abschnitte (etwa fünf Prozent der Gesamtfläche) auf der Basis eines Vorentwurfs des Fachbereichs des Grünflächen aus dem Jahr 1991 und mit Unterstützung eines 1993 gegründeten Fördervereins für den Stadtpark Fischeln.

flower.gif   Die aktuelle Chance                                                    

Die Stadt Krefeld beteiligt sich an der 2.Regionale des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Europäischen Gartenschau (EUROGA) im Jahr 2002.   Ein Teilprojekt ist ist dabei der Stadtpark Fischeln als Bestandteil eines Biotopverbundes mit weitläufigen Landschftsräumen - auch über die Statgrenzen hinweg. Die Stadt Krefeld hat mit dem an diesem Projekt sehr interessierten Land daher zur weiteren Qualifizierung und Optimierung der Planung ein Wettbewrbsverfahren vereinbart, bei dem ein grünordnerisches Gesamtkonzept mit Darstellung der Flächenfunktionen und räumlichen Strukturen erarbeitet werden sollte.

Krefeld hatte dabei in mehrfacher Hinsicht ein großes Interesse an diesem Verfahren; galt es doch die Planung eines Parks nun endlich umzusetzen, wobei für die Realisierung aufgrund der Größe von 100 Hektar der Zeitraum deutlich über 2002 hinaus vorgesehen ist. Eine Meinungsbildung und Beteiligung der Bürgerschaft über die Bürgervereine war erklärtes Ziel, so waren neben den Fach- und Sachpreisrichtern bewusst die betroffenen Bürgervereine sowie der Förderverein für den Stadtpark Fischeln vertreten.

flower.gif      Der Wettbewerb                                               

Auch aus Zeitgründen, vor allem aber wegen der spezifischen örtlichen Situation - 50 Prozent der zu überplanenden Fläche sind noch im Privatbesitz und in landwirtschaftlicher Nutzung - haben wir keinen öffentlichen Wettbewerb, sondern das Verfahren der Mehrfachbeauftragung durchgeführt. Hier war ein intensiver Kontakt mit den drei beteiligten Planungsbüros auch in den Zwischenplanungsschritten gewährleistet, um erste Planungsideen direkt auf die Realisierungsmöglichkeiten hin überprüfen zu können.

flower.gif          Die Ergebnisse                                             

Nach dem zweimonatigen Planungsprozess mit Zwischen- kollooquium stellten die drei Büros Mitte März dieses Jahres ihre Planungen vor, die von der Jury beurteilt wurden:

Die Arbeit des Büros Prof. Pridik und Freese aus Marl basiert auf einer ausführlichen Ananlyse der örtlichen und historischenGegebenheiten und der Grünbezüge im Stadtgebiet , ist aber in dem Planungsvorschlag inhaltlich zu detailliert und überfrachtet. Die Ideen f ülle und und die Vielzahl an gestalterischen und funktionalen Vorschlägen verunklart in starkem Maß das einfache räumliche Konzept.

Zum Beitrag des Büros  ST-Freiraum aus Duisburg wird die intensive angerechnet, die dafür vorgesehenen Flächenanteile im Park sind aber zu groß dimensioniert und überfordern die Möglichkeiten der Bevölkerung auf Mitgestaltung und spätere Betreuung. Das vorgeschlagene verbindende Gerüst aus Obstbäumen, Wiesen und einer Allee erscheint nicht so stark tragfähig.

Die Arbeit des Büros Kipar aus Mailand/Duisburg nimmt sehr stark Bezug auf die jetzigen Eigentumsverhältnisse und macht nur Vorschläge für die Teilbereiche des Parks; es bietet kein den Gesamtraum überspannendes Konzept. Denoch sind die einfachen und starken Formen und die Möglichkeit die Räume flexibel mit Nutzungen zu füllen, überzeugend. Die Erhaltung der Weite der Parkfläche, ein ausgewogenes Maß an Beteiligungsmöglichkeiten, für die Bevölkerung und die Klarheit der Leitstrukturen wurden von der Jury so positiv bewertet, dass diese Konzeption Grundlage für die weiteren Planungen sein soll.

flower.gif          Ausblick und Bewertung                                           

Der  Stadtpark Fischeln ist im Kontext des Biotopverbundes zu sehen, also eingebettet in ein regionales Landschaftraumkonzept, auch als Bindeglied und Übergang zwischen dem besiedelten innerstädtischen Raum und freien Landschaft.

Der Wettbewerb  im Rahmen der EUROGA ist sicher der entscheidende  Motor für die konkrete Realisierung nach nunmehr 30 Jahren Planungsphase.

Dies ist umso wichtiger, als der Stadteil Fischeln in den vergangenen Jahren durch verstärkte Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen und eine verbesserte überregionale Anbindung an Verkehrswege (Autobahn, ÖPNV) an Bedeutung zugenommen hat. Diese Entwicklung hält auch zukünftig erkennbar an.

Vor diesem Hintergrund hat der neue Stadtpark Fischeln gleich mehrere Funktionen:

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Er versorgt die Wohnbevölkerung mit Erholungsräumen                                                 (Wohnen im Grünen)

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Er bildet einen nicht zu unterschätzenden Werbefaktor für die ansäsigen Firmen                   ("Arbeiten im Grünen")

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Nicht zuletzt wird eine gute Tradition in der Stadt fortgesetzt:  

Die Entwicklung von großen Parkanlagen als städtebaulich vorausschauende Planung mit bürgerlichem Engament

Diese Funktionen - verbunden mit der Intention, die Enstehung eines neuen Parks im Rahemen der EUROGA in der Region bewusst als Entwicklungprozess zu präsentieren - machen hoffentlich deutlich, warum die Stadt Krefeld und das Land Nordrhein-Westfalen sich auch in Zeiten knapper Kassen in diesem Projekt engaieren.                           green08_up.gif      

Kulturhistorische Parkanlagen in Krefeld

Europäische Gartenschau 2002 in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein

von Silvia Gerding und Almuth Spelberg

Kulturhistorische Parkanlagen

In der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein finden sich eine Vielzahl historischer Parkanlagen, die durch ihre künstlerischen und kulturhistorischen Elemente typische Dokumente der Gartenkunst des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts darstellen. Im Rahmen der EUROGA 2002 sollen sie regioanal und überregionalen Besuchern gezeigt und ihre Bedeutung hervorgehoben werden. Dieses gilt vor allem für die im 19. Jahrhundert vom Düsseldorfer Gartenkünstler Maximilian Friedrich Weyhe angelegten Parkanlagen, die stadtübergreifend von Düsseldorf (z.B. Schloß Mickeln, Schloß Benrad, Hofgarten Schloß Kalkum, Lantz"sche Park) über Krefeld bis Moers (Schloßpark) zu erkunden sind.

In Krefeld soll für sechs historische Parkanlagen die ursprüngliche Planungsidee herausgearbeitet bzw. wiederhergestellt und den interessierten Besuchern nahegebracht werden. Es wird die Vielfalt der historisch begründeten Gestaltungsmöglichkeiten in öffentlichen Grünanlagen veranschaulicht und die Integration der Parkanlagen in heutige Nutzungskonzepte gezeigt.

Die Grünanlagen sind überwiegend in Altstromrinnen des Rheins angelegt worden und bilden heute einen historischen Grüngürtel im östlichen Stadtgebiet Krefelds.

Im einzelnen sind es:

Burgpark Linn/Greiffenhorstpark

Burgpark Linn                                                   green08_up.gif   

  • Landschaftspark des frühen 19. Jahrhunderts, vom rheinischen Gartenkünstler M.F. Weyhe entworfen unter Einbeziehung der mittelalterlichen Burgruine als romantische Staffage
  • Burg Linn: Mittelalterliche Wasserburg mit Vorburg und Renaissance-Jagdschloß, heute Landschaftsmuseum des Niederrheins und Burgmuseum
  • Wiederherstellen des ursprünglichen Entwurfskonzeptes von M.F. Weyhe, Sanierung des Burggrabenufers
  • Veranstaltungsschwerpunkt:
  • Flachsmarkt, Ritterspiele, Burgserenaden
  • Ausstellung: M.F. Weyhe, rheinischer Gartenkünstler
  • Ausstellung: Parkanlagen des 19. Jahrhunderts im Rheinland, Grundlage für eine systematische Grünflächenentwicklung
  • Ausgangspunkt für Parkführungen und Rundgänge durch den historischen Ortskern Linn.

Greiffenhorstpark

  • langgestreckter Landschaftspark des 19. Jahrhunderts von M.F. Weyhe entlang des ehemaligen Linner Mühlenbachs, entworfen für den Krefelder Seidenhändlicher Cornelius de Greiff
  • Greiffenhorst-Schlößchen: 1838 vom Landbauinspektor O. von Gloeden entworfenes oktogonales Jagdschlößchen
  • Wiederherstellen des ursprünglichen Pflanz- und Raumkonzepttes von M.F. Weyhe
  • Veranstaltungsschwerpunkt:

Ausgangs-/Endpunkt für gartenhistorische Parkführungen, naturkundliche Fahrradtouren in die Elt und die Spey und zu den benachbarten römischen Gräberfeldern von Gelduba.

Schönwasserpark

  • Landschaftspark des 19. bzw. Volkspark des 20. Jahrhunderts, Erweiterung im Zuge von Notstandsarbeiten, Botanischer Garten
  • Haus Schönwasser: ursprünglich Gartenlokal der Jahrhundertwende mit großer Gartenterrasse, heute Lehrerseminar
  • Sanierung der Teichufer und des Kinderspielplatzes
  • Veranstaltungsschwerpunkt Botanischer Garten:

Ausstellungsschwerpunkt Gartenbau, z.B. Gemüsesorten für rheinische Gerichte, Nutzpflanzen und ihre industrielle Nutzung im Rheinland, z.B. Lein, Kappes, Zuckerrübe.

Haus Lange/Haus Esters                                         green08_up.gif  

  • benachbarte Gartenanlagen im Stil der 20er Jahre, heute Skulpturenpark
  • von Ludwig Mies van der Rohe für die Seidenhändler Lange und Esters 1928 im Bauhausstil entworfene Backsteinvillen, heute Museen und Mies van der Rohe-Stiftung für junge Künstler
  • Wiederherstellung der ursprünglichen Gartenkonzepte
  • Veranstaltungsschwerpunkt:
  • Kunst im Außenraum, Kunst- und Architekturausstellungen.

Stadtwald

  • 120 ha große innerstädtische Parkanlage mit Pferderennbahn, Golfplatz und Tennisplätzen. Im typischen Stadtparkstil des 19. Jahrhunderts mit Teichen, ausgedehntem Wegenetz und zentraler Wiese, Waldbereichen.
  • Parkrestaurant von 1901, erweitert 1911 mit Musikpavillon und großem Biergarten
  • Teichufersanierung, Wegesanierung, Bepflanzungskonzept
  • Veranstaltungen:
  • Außengastronomie, Freiluftkonzerte, Spiel ohne Ranzen.

Sollbrüggenpark                                                   green08_up.gif          

  • Landschaftspark des 19. Jahrhunderts, M.F. Weyhe zugeschrieben, in den Grundzügen teilweise stark verändert, Teil der historischen Grünverbindung Linn-Innenstadt
  • Haus Sollbrüggen: mittelalterlicher Rittersitz mit Wassergräben und klassizistischem Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, heute Sitz der Musikschule Krefeld
  • Freilegen des stark eingewachsenen Wohnhauses
  • Wiederherstellen des alten Zugangs und des Wegesystems
  • Veranstaltungsschwerpunkt:
  • Musik und Literatur im Innenhof, rheinische Dichter und Musiker des 19. und 20. Jahrhunderts.

Neuenhofenpark

  • Parkanlage des 19. und 20. Jahrhunderts, Teil der historischen Grünverbindung Linn-Innenstadt
  • Haus Neuenhofen: ehemaliger Rittersitz und Nonnenkloster, von Gräben umgeben
  • Sanierung der Grabenanlagen.

Schönhausenpark

  • ehemals reich ausgestatteter Landschaftspark des späten 19. Jahrhunderts mit abwechslungsreichem Baumbestand, Weiher, Brücken und Gartenpavillon, Teil des historischen Grüngürtels Niepkuhlen-Greiffenhorstpark
  • Haus Schönhausen: ehemalige Fabrikantenvilla im italienischen Stil, als Landsitz erbaut, heute Sitz der Musikschule
  • Wiederherstellen des ursprünglichen Parkkonzeptes
  • Wiederherstellen der offenen Parkwiesen
  • Sanierung des Wegenetzes
  • Sanierung der Parkweiher und Brücken
  • Wiederherstellung des Parkpavillons.

Grünverbindung Zoo/Grotenburg                             green08_up.gif     

  • Verbindungselement im historischen Grüngürtel Niepkuhlen-Greiffenhorstpark
  • Wegeverbindung entlang von Zoo und Grotenburgstadion
  • Kinderspielplatz im Park.

Grünverbindung Vreed

  • Verbindungselement im historischen Grüngürtel Niepkuhlen
  • Greiffenhorstpark
  • Wegeverbindung und Radwanderroute
  • Feuchtwiesen als Ausdruck in der Altstromrinne
  • naturnahe Kleingärten
  • Veranstaltungsschwerpunkt: Führungen durch den Großhüttenhof, Rheinische Versuchsanstalt für Geflügelzucht (ökologischer Obst- und Gemüsebau, Freilandtierhaltung).

Mit der Beteiligung an der Euroga möchte die Stadt Krefeld zum einen die Städtebauliche und ökologische Bedeutung der Grünanlagen für die Stadt wieder stärker herausarbeiten. Zum anderen nutzt die Stadt diese Chance, die Stadtübergreifende Bedeutung der Parkanlagen für die Region als kulturhistorisch bedeutsame Bausteine der Kulturlandschaft wiederherzustellen und ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Dipl.-Ing. Silvia Gerding, Jahrgang 1959, Studium an der GH Kassel und der Uni Hannover, Grünflächenamt der Stadt Krefeld, Redaktionsmitglied der BDLA NW

Dipl.-Ing. Almuth Spelberg, Jahrgang 1956, Studium an der TU Berlin und der Uni Hannover, Grünflächenamt der Stadt Krefeld

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